eigentümergeführt

Das NALA ist eigentümergeführt. Es ist das Lieblingsprojekt von Martin Baldauf.

Dr. Martin Baldauf, Anwalt und Bauträger, hat das NALA ohne spezifische Hotelleriekenntnisse gemeinsam mit Partner Armin Ennemoser und einem großen Kreativteam in Eigenregie aufgebaut.

Hier Auszüge aus einem Interview aus der Zeitschrift „Lust und Leben“:

Außergewöhnliche Dinge passieren oft ungeplant. Damit sie dann auf Dauer funktionieren, kommt man um eine gesunde Portion Professionalität nicht herum. Diese beflügelnde Mischung aus freudvoller Kreativität und seriöser Professionalität zeichnet Dr. Martin Baldauf seit vielen Jahren aus. Als Anwalt ist er in Innsbruck seit 1988 mit einer eigenen Kanzlei tätig, 1995 kam ein Immobilien-Büro dazu. Auch wenn er sich dabei vor allem um eine kommerzielle Verwertung von gewerblichen Immobilien kümmert, konnte er dabei seine Liebe zur Architektur einbringen.

So entstand schlussendlich das Nala. Ursprünglich als Studentenheim geplant, änderte sich bei näherer Beschäftigung mit dem Objekt die Zielsetzung. Wieso nicht ein außergewöhnliches Individuellhotel daraus machen, das man selbst bespielt? Gemeinsam mit Miteigentümer Armin Ennemoser entwickelte Baldauf ein schlüssiges Konzept, das mit viel Liebe zum Detail umgesetzt wurde. Vor einem Jahr hat das Nala eröffnet.

L & L: Sie haben ein bewegtes Berufsleben: zuerst Anwalt, dann Immobilien-Entwickler und -betreiber, jetzt auch Hotelier. Wie geht sich das alles aus?
Martin Baldauf: Ich habe tolle Mitarbeiter, die sind immer das Wichtigste, egal, in welchem Bereich. Besonders wichtig ist das natürlich im Hotel, wo das Gebäude selbst ja nur die Bühne ist. Die Kanzlei und Agentur gibt es ja schon seit vielen Jahren, da gibt es eingespielte Teams. Die Hotellerie ist hingegen eine ganz neue Herausforderung, deren Komplexität wir am Anfang unterschätzt haben. Gleichzeitig macht es aber auch enorm viel Spaß, gemeinsam etwas Neues zu schaffen. Ich bin jeden Tag zumindest ein, zwei Stunden im Haus.

»Die Hotellerie ist sehr personalintensiv und macht vielleicht gerade deshalb viel Freude« (Martin Baldauf)

L & L: Wie sind Sie bei der Konzeptentwicklung vorgegangen? Die Bausubstanz musste ja weitgehend erhalten bleiben, oder?
Martin Baldauf: Das war für die Architekten die größte Herausforderung, hat aber gleichzeitig deren Kreativität enorm gefördert. Einige Zimmer in den unteren Etagen sind für ein anspruchvolles Hotel eigentlich sehr klein. So sind zum Beispiel unsere „Kletterzimmer“ entstanden, in denen sich die Betten über dem Bad befinden. Alle unsere Zimmer stecken voller pfiffiger Details, damit man auch auf wenig Platz viel unterbringt. Um eine wirtschaftlich sinnvolle Betriebsgröße zu schaffen, haben wir zwei zusätzliche Etagen errichtet, wo wir größere Zimmer und Suiten untergebracht haben. Eigentlich haben wir immer noch zu wenig Betten, aber so ist es halt einmal. Wir haben lange diskutiert, bevor wir uns entschieden haben, aus den Parkplätzen im Innenhof einen großzügigen Garten zu machen. Schlussendlich trägt jedoch gerade der Garten viel zum stimmungsvollen Gesamteindruck des Hauses bei.

L & L: Inwiefern haben Sie den Hotelmarkt in Innsbruck analysiert, bevor Sie sich dazu entschieden haben, das Konzept umzusetzen? Gab es einen akuten Bedarf an neuen Betten oder war der Markt eigentlich gesättigt?

Ganz ehrlich: Darüber haben wir uns nicht lange den Kopf zerbrochen. Wir haben in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich Büro-Immobilien entwickelt, obwohl es in Innsbruck leere Flächen gab. Man muss halt besser als der Mitbewerb sein – das gilt für alle Wirtschaftsbereiche. Außerdem sind wir ja ein relativ kleines Haus, das im Verhältnis zum Bettenangebot von Innsbruck nicht wirklich ins Gewicht fällt. Wir sind ein Nischenanbieter, der individuelle Gäste anspricht, die eine Affinität zu Architektur, Kunst und Kultur haben und das Besondere suchen.

L & L: Und wie macht man das? Sie gehören ja keiner Vermarktungsgemeinschaft wie etwa Design-Hotels an und haben es trotzdem geschafft, in kürzester Zeit eine Auslastung von über 80% zu erzielen, ohne mit Dumping-Preisen zu schleudern.
Das würden wir nie machen, das entspricht einfach nicht unserer Philosophie. Das Internet hat die Vermarktungsmöglichkeiten für Hotels dramatisch verändert. Früher wäre es undenkbar gewesen, sich mit einem Nischenprodukt innerhalb weniger Monate zu etablieren. Uns helfen natürlich zahlreiche Berichte in nationalen und internationalen Medien, denen unser Konzept so gut gefällt, dass sie über uns berichten. Das hilft, Gäste direkt auf unsere Website zu bringen, wo sie auch buchen können. Dank einer intensiven Betreuung von Stammgästen gelingt es uns, rund die Hälfte der Buchungen ohne Buchungsportale wie Bookings.com zu generieren. Langfristig streben wir ein Verhältnis von 60/40 an. Trotz der hohen Provisionen, die über Buchungsportale anfallen, sind sie unverzichtbar geworden. Man kann von ihnen zum Thema Webmarketing sehr viel lernen.

»Statt über Buchungsplattformen zu jammern, sollten wir von ihnen lernen« (Martin Baldauf)

 

 

 

 

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